Montag, 19. März 2012

Tüpisch: Ein bisschen linke Geschichte

(Vorab: Für jeden Tippfehler ein lautstarkes !sic!)

Im Ryckblick wirkt das Ganze ein bisschen wie eine Legende von deutscher Volkstymlichkeit: Der Byrgertöchterchen- und Byrgersöhnchenaufstand der späten Sechziger, gefolgt von einem müthischen Abstieg in den Untergrund mag einige tragische Ereignisse in sich getragen haben. Aber im Nachhinein wirkt alles inzwischen fern, ein bisschen klein und provinzlerisch, der Ryckblick ist etwas unscharf, als wyrde man die Geschichte durch Butzenscheiben sehen. Was damals große Geschichte, ist uns heute einen großartigen Tippfehler wert:

Das bisschen Tüpografie - Ein Zitat von Fritz Teufel

Wir verneigen uns vor der Neuauslegung der tüpografischen Regeln, auch wenn wir nicht gleich herausfinden können, ob dies schon im Teufel-Zitat entstand oder durch die Syddeutsche Zeitung eingeschmuggelt wurde. Egal, wir schließen uns an!

Sonntag, 11. März 2012

Minenfeld Verpackungsdesign

Manchmal frage ich mich, woher die Menschen ihre Inspiration ziehen, um Produkte (bzw. deren Verpackung/Aufmachung so vorteilhaft zu gestalten, dass sie dem Konsumenten gleich ins Auge springen, sich gegenüber der Konkurrenz im Regal durchsetzen und darüber hinaus auch den Wunsch im Konsumenten wecken, dieses Produkt sogleich haben zu wollen. In manchen Fällen habe ich das Gefühl, dass das nicht immer gelingt. Ein Beispiel aus der Bio-Branche:
Ich weiß nicht, vielleicht lag es an den seltsamen Pastelltönen (diese Farbtöne machen mich immer ziemlich fertig), dass sich die Assoziationskette "Bio > Biohazard" sofort einstellte:
Jetzt frage ich mich: Habe nur ich diese Assoziazion? Vielleicht sehen manche eine andere Botschaft darin, z.B. eine Zeichenstudie des Typografen und Grafikers Rudolf Koch aus dessen Buch der Zeichen (die übrigens von Led-Zeppelin-Drummer John Bonham für das 1971er Album der Band genutzt wurde):
Es ist wirklich drollig, welch ein Minenfeld das Produktdesign sein kann, wenn man sich vorstellt, mit wie vielen möglichen Assoziationen einer Verpackungsgrafik begegnet werden kann.

Freitag, 16. September 2011

SZ: Siemens-Interview mit General-Electric-Werbung

Passiert so etwas, weil das Online-Marketing größtenteils automatisiert vonstatten geht? Oder geschieht das, weil jemand in der Anzeigenabteilung gerade pennt? Oder, und das ist die dritte Möglichkeit, weil jemand von der Konkurrenz einen Tipp bekommen hat?

Egal, auch einer großen überregionalen Zeitung unterläuft mal ein Werbe-Fauxpas , der sich gewaschen hat:

Nachhaltige Wirkung: Siemens-Chef-Interview mit Werbung von General Electric

Summa-summarum-Spezial, der Wirtschaftsblog von Marc Beise bringt ein Interview mit einem der wichtigsten Unternehmensbosse Deutschlands, und die flankierende Werbung ist vom schärfsten Konkurrenten. Siemens-Chef Peter Löscher ist umrahmt von Werbung von General Electric.

Wäre noch zu fragen, ob bei den Bannerkampagnen der Anzeigenkunden nicht mit Campaign Negatives gearbeitet wird oder ob Themen-Tagging entweder nicht funktioniert oder nur einmal unterlassen wurde. In Zeiten automatisierter Werbekampagnen lauern zwar genau diese Fallstricke, aber es gibt Mittel und Wege, solche Klippen zu umschiffen

Ob die zu erwartende Verstimmung Siemens' von Nachhaltigkeit geprägt sein wird, sollten wir beobachten. Update: Offensichtlich wurde man darauf aufmerksam - oder die Bannerlaufzeit war schlicht und ergreifend zuende - und es werden unverfänglichere Banner ausgeliefert.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Post von Jennifer

Seitdem ich im Internet unterwegs bin, wundere ich mich über gar nix mehr. Vor allem nicht über die Post von liebeshungrigen Damen. Nicht, dass es mich nicht peripher tangieren würde, eindeutige Angebote zu bekommen. Aber ein gewisses Vergnügen gönne ich mir bei der Lektüre, die ich gerne mit meinen Lesern teile. Viel Spaß:

Ich grüße Sie.
Am Jennifer nach Name, komme ich auf Ihr Profil heute an und nahm xxx.xxxx.xx intersest und wird Sie gerne mehr wissen, bitte ich Sie mir auf meine private Mail-Adresse schreiben ( jenny02love@xxxxx.xx ), so dass wir uns selbst besser kennen lernen und mehr zu meinem Bild zu schicken, auch für mich zu wissen, wenn Sie diese Mail erhalten, und erfahren Sie mehr über mich erzählen. Uhr warten, von Ihnen an meine Emailadresse zu lesen. Have a nice day,
Jennifer


Das liebenswürdige Angebot kam dann auch noch einmal auf englisch bei mir an, bei Qualität des Sprachduktus' oder der Wortwahl war allerdings keinerlei Verbesserung feststellbar:

Greetings to you.
Am Jennifer by name, I come across your profile now at xxx.xxxx.xx and took intersest and will like to know you more, please i will like you to write me to my private mail adress ( jenny02love@xxxxx.xx ) so that we will know ourself more better and to send my picture to you, also for me to know if you get this mail, and to tell you more about me. am waiting to read from you at my mail adress. have a nice day,
Jennifer


Geil, oder?
Mehr davon!

Freitag, 2. Juli 2010

Augenkrebs mit Alexa?

Gerade hatte ich das Vergnügen, eine neue Toolbar zu installieren, zumal ich Alexa-Daten gar nicht so unhübsch finde. Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, der Webdesigner von Alexa ist komplett farbenblind:

Weiß auf gelb - Alexa wird wohl von Augenärzten gesponsert

Zwei Fragen drängten sich mir auf:

1. Weiß auf gelb sind die Farben des Vatikans. Hat die Farbauswahl bei diesen Checkboxen irgend eine tiefere Bedeutung?

2. Haben vielleicht die Augenärzte Anteile an Alexa gekauft?

... to be continued. Wem fallen noch ein paar Hintergründe für solch ein bescheidenes Design ein?

Mittwoch, 16. Juni 2010

Das neue Virus: Like-Button von Facebook

Was die Leute alles mögen (oder nicht mögen), erzählt uns seit einigen Tagen Facebook. Die Community hat ein kleines Widget für Website- und Blogbetreiber herausgegeben, mit dem User per Mausklick ihre Zustimmung ausdrücken können: Der Like-Button.

Mit Fug und Recht kann der "Like-Button" von Facebook als Virus bezeichnet werden, denn er befällt immer mehr Websites, meisten Blogs, wie dieses mittelalterliche Beispiel (Ehrlich, Mädels und Jungs, den Button hättet ihr ruhig auf auf Mittelhochdeutsch machen können, sowas wie "holt sin" oder so...)zeigt. Da können die Besucher, so sie einen Facebook-Account haben, anderen Facebookern zeigen, was sie mögen. Allerdings können sie auch wirklich nur das. Denn das Like-Widget ist ein wenig eindimensional geraten und lässt nicht sonderlich viel Raum zur Differenzierung. Leider kann der Nutzer keinerlei negative Willensäußerung von sich geben. Entweder man mag es oder man schweigt. Das ist natürlich eine sehr seltsame Form der Meinungsäußerung, was ich aber ganz allgemein unspannend finde ist der Umstand, dass man nicht einfach sagen kann, dass man es einfach kacke findet. (Und unfreiwillig komisch war allemal, als wneulich die Meldung vom Tode Dennis Hoppers in einem Blog erschien, und unten drunter stand: "269 Leute mögen das." Ich finde den Blog nicht mehr, aber wenn ich ihn in meiner Browserchronik ausfindig gemacht habe, spendiere ich mal einen Link.) Das höchste der Gefühle: Der User kann die Gunst wieder zurückziehen, wenn er in seinem Facebook-Account ist und auf "Unlike" klicken. Aber dann wird das "Like" ersatzlos zurückgezogen.

Da auch ich nun dem Virus erlegen bin, habe ich mal herum gesucht, was es für Tricks gibt, in Blogspot-Blogs ein solches Like-Widget einzufügen, und tatsächlich, bei Bloggerplugins.org wurde ich fündig. Thanks a lot!

Mittwoch, 3. Februar 2010

Mietstudio für Fotografie und Film in München

Neulich habe ich bei einem Fototermin das Isartalstudio kennengelernt - und war ziemlich beeindruckt. Es war auf keinen Fall die Kaffeemaschine, die mich positiv stimmte, sondern das ganze Ambiente und die Atmosphäre in diesem geräumigen Mietstudio. Hier ist ein Bild (zugegeben: von der Website, weil meine eigenen gar nicht das einfangen konnten, was dieses Fotostudio ausmachte):

Mietstudio Isartalstudio

Im ersten Moment dachte ich an ein Tanzstudio, aber da war ich natürlich gar nicht so schief gewickelt, denn für eine Filmproduktion war das Isartalstudio mal zu einem Ballettsaal umfunktioniert worden.

Was ist jetzt das Besondere am Isartalstudio? Das Mietequipment. München bietet so einige Studios, aber das Mietstudio mitten in der Stadt (am Roecklplatz) ist leicht für Mitarbeiter erreichbar. Das nimmt einem eine Menge Logistikprobleme ab, wenn man vor Ort dann auch noch auf Schirme, Filter, Stative, Blitzgeneratoren und und und zurückgreifen kann. Einfach nur mit Modell und Kamera vorbeikommen und loslegen. Für einfache Fotoshootings ist das natürlich eine Erleichterung.

Auch für größere Produktionen, sogar Filmproduktionen wurde das Mietstudio in der Vergangenheit zur Kulisse, z.B. für verschiedene Werbefilm-Produktionen und einige Szenen für einen Spielfilm.

Ganz ehrlich, mir hat es gefallen - nicht nur wegen der Kaffeemaschine, sondern weil sich prima dort arbeiten ließ.